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Ich will das ja nur mal sagen...

Ich habe in den vergangenen Tagen diese Theorie entworfen, dass einige (natürlich nicht alle) Menschen, die sich unentwegt in allen noch so verschwindend kleinen Details mitteilen, das deswegen tun, weil sie ihr eigenes Leben nicht in den Griff kriegen.

Die Symptome wiederholen sich von Person zu Person, und sie sind auch in sich von Wiederholung geprägt: Da werden die selben Gedanken und Fakten (in Ermangelung neuen Inputs) ad nauseam gewälzt, die selben Floskeln und Begriffe verwendet, alles ohne dass ein Fortschritt eintritt. Jeder Gedanke, der den Kopf durchstreift, jedes winzige Detail des Tagesablaufs, wird ausgesprochen und mitgeteilt, ungeachtet dessen ob der Adressat es hören will oder nicht. Und zwar, wenn irgend möglich, stundenlang. Ein Gespräch findet dabei selbstredend nicht statt, dies ist ein schier endloser Monolog. Und worum es vordergründig geht, ist eigentlich egal, denn das tatsächliche Thema ist - man kann es nicht anders sagen - die "Gesamtsituation".

Wer hingegen in sich ruht und mit seinem Leben im Reinen ist hat, wie es mir scheint, oft einen wesentlich geringeren Rede- und Mitteilungsbedarf. Das soll nicht heißen, dass in diesen Menschen nichts vorgeht - sie haben nur nicht das Bedürfnis, all diese Gedanken unentwegt an anderen Menschen zu "testen".

Mir tun die Journalisten leid, die in die Klauen einer solchen mitteilungsbedürftigen Person geraten. Oh, Moment, ich bin ja einer davon :-(

NOTIZ AN MICH: Lerne den Satz "Sie haben jetzt noch 10 Minuten, überlegen Sie sich gut was Sie in einem 80-zeiligen Artikel stehen haben wollen" auswendig.

NOW PLAYING: Die Ärzte - Dinge von denen

7.11.06 00:46


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Symptome

Weitere Symptome und Ideen zu "ich will das ja nur mal sagen...", aus einem Gespräch (nicht Monolog):

  • Oft werden (alte) Details ausgekramt, die (a) niemanden interessieren und (b) nichts, aber auch gar nichts mit dem aktuellen Thema zu tun haben
  • Wollen diese Personen die Meinung ihres Gegenüber hören? Meiner Meinung nach nicht - dann würden sie einem nämlich die Chance geben, diese zu äußern
  • Sie reden einfach unbeirrt vor sich hin, selbst wenn der Gegenüber schon längst nicht mehr zuhört
  • Es sind immer andere schuld: Die Hierarchie, der Staat, die Gesellschaft, die jeweils aktuelle Bezugsperson im jeweils aktuellen Problem, die Reichen, die Grünen, das andere Geschlecht...
  • Bestimmte Schlagworte und Ideen tauchen immer wieder auf: "Hierarchie", "Macht(-position)", "Kampf", "Krieg", die Rolle der Frauen...
  • Ein enormes Ausmaß an Kreativität wird dafür verwendet, jedes Thema wieder auf den eigenen Themenkomplex zu lenken: "Das ist ganz genau so wie..." (ist es zwar nicht, aber egal - bääm, ursprüngliches Thema tot)
  • Man kann sich nur schwer, sehr schwer davor retten - Sätze wie "ich muss weg", "ich bin müde", "ich hab noch zu tun" verhallen nämlich ungehört
NOW PLAYING: Die Ärzte - Quark
7.11.06 01:14


QUOTE OF THE MOMENT

Die Definition eines Gentleman: "Jemand der sich zur Aufgabe gemacht hat, dass sich die Menschen in seiner Umgebung wohlfühlen."
    ~Gelesen in einem Online-Forum

28.11.06 10:26





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