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Da capo...

Wir sind die junge Generation. Wir sind die Neuen, frisch, unverbraucht, flott, dynamisch, klug und frech. Wir halten uns für einzigartig und glauben, wir hätten den Stein der Weisen entdeckt.
Wir umgeben uns mit den Symbolen unserer jungen, hippen Welt und schließen alles aus, was vor uns "in" war, weil wir überzeugt sind, damit nichts am Hut zu haben.

Ich weiß, dass das nicht stimmt. Ich habe Thornton Wilders "Our Town" gelesen und verstanden. Ein menschliches, ehrliches und wahres Stück. Von 1938. Und ich habe mich lange in der deutschen Nachkriegszeit aufgehalten. Briefe und Zeitungen gelesen, mit Zeitzeugen gesprochen, in den Archiven gesessen und die Originale in den Händen gehalten. Ich habe die Menschen kennen gelernt, die vor uns kamen, die zumeist lange tot sind. Die Jungen, Frischen, Neuen. Ich habe die Dichter gehört und die ganz alltäglichen Bürger getroffen.

Und ich habe eins gelernt: Ob es Charaktere in einem Theaterstück waren oder reale Menschen - sie alle hatten die selben Wünsche, Träume, Leidenschaften, Hoffnungen, Sehnsüchte, Ängste und Gefühle wie wir heute. Sie alle verspürten Liebe, Euphorie, Jugend, Stärke.

Nein, liebe Zeitgenossen. Die Menschen haben sich nicht geändert.
Wenn sich etwas geändert hat, dann höchstens die Zeiten. Und auch bei denen bin ich mir nicht sicher.

QUOTE OF THE MOMENT:
Emily: Do human beings ever realize life while they live it? - every, every minute?
Stage Manager: No. (Pause.) The saints and poets maybe - they do some.
~ Thornton Wilder, "Our Town"

NOW PLAYING: Rod Stewart - When we were the new boys

5.9.06 23:12


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....al fine

Der amerikanische Präsident mildert seinen Ton, hab ich heute im "Spiegel" gelesen. In einem großen Special über "9/11" und die Jahre, die folgten. Die erste große Welle der Solidarität mit den getroffenen Amerikanern wurde da beschrieben, dann die amerikanische Überheblichkeit, Missachtung internationaler Etikette und Einzelgängerei, die sich in zwei Kriegen entluden. Beide mit langfristigen Folgen, die der Supermacht alles andere als geholfen haben.

Jetzt hört man also Töne à la "wir wollen unsere Freunde und Verbündeten nicht verprellen" und "meine Aussagen von damals hätten falsch interpretiert werden können" (ja, das ist eine Art Zugeständnis). Jetzt gibt es Merkelkuscheln und Friedefroideeiakuche. Man zeigt Einsicht.

Sicherlich eine gute Entwicklung... Aber wieso, wieso nur erinnert mich das so an Babylon 5? Wer die Serie kennt, wird wissen was ich meine. Wer nicht: Guckt die Serie :-)

Talk about life imitating art imitating life. Ja, es ist alles schon mal da gewesen. Und genügend Mächte sind an ihrer Überheblichkeit schlussendlich zugrunde gegangen. Aber ändert sich etwas?

FURTHER READING: The "Da capo..." entry below.

NOW PLAYING: Propellerheads feat. Shirley Bassey - History Repeating

5.9.06 23:35


Der Canothrop

Rückbezug auf meinen Beitrag vom 22.06., 14:16 Uhr: Mir ist eine neue Idee gekommen, wie ich an den Nachbarshunden Rache für ihre grobe Ruhestörung nehmen könnte.
Ich stelle es mir bildlich vor: Ich trage einen von diesen Schallschluck-Kopfhörern, die so Schwerarbeiter immer benutzen, auf den Ohren - und in meiner Hand halte ich eine dieser Wahnsinnströten, die so Fußballfans immer benutzen.

  • Der Hund kläfft.
  • Der Hund schaut in die Tröte wie in die zwei Läufe einer abgesägten 12-gauge double-barreled Remington, S-Mart's top of the line.
  • Ich drücke den Abzug.

Unbezahlbar.

NOW PLAYING: Eurythmics - Sweet Dreams

6.9.06 00:13


Eine Szene(rie)

Unter einem strahlend blauen Herbsthimmel erstreckt sich die Streuobstwiese am Reitergehöft. Apfelbäume sind über die Weise verteilt, sie stehen in saftig grünem Gras, das den leichten Hang bedeckt, die Kuppe des Hügels berührt den Himmel, in eine andere Richtung liegt ein Wald. Hölzerne Zäune säumen die Szene, gerade verfallen genug, um romantisch zu wirken. Ein Anhänger einer Landmaschine steht herum. Die Farben des Herbstes sind voll und kräftig.

Und die Szene lebt. Kinder tummeln sich auf der Wiese, laufen umher, spielen bei den Bäumen, klettern auf dem Anhänger herum, sammeln Äpfel. Es ist ein Fest des Obst- und Gartenbauvereins für die Familie, Apfelkeltern ist das Motto. Alle sammeln Früchte, schneiden sie, pressen sie, zapfen frischen "Süßen". Es gibt Knoblauchbrote, Apfelgelee, nette Unterhaltungen. Eine freie, friedvolle, entspannte Stimmung, die Luft ist frisch, reich und lebendig, Insekten, auch seltene Hornissen, fliegen umher, suchen friedlich nach Nahrung.

Und ich atme tief durch. Ich fühle mich rundum wohl. In diesem Moment möchte ich nirgendwo anders sein als hier, nur ein paar Kilometer vor meiner eigenen Haustür.

NOW PLAYING: 3 Doors Down - Right where I belong

24.9.06 13:14





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