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NOW PLAYING

Art of Noise - The Seduction of Claude Debussy (1999). Um es gleich vorweg zu nehmen: Für mich ist unerheblich, wessen Name auf dem Cover steht. Was diese CD so verdammt hammergeil macht, ist die (mal wieder) schlichtweg brilliante Produktion von Trevor Horn. Der Produzentengott ist ja spätestens seit den 80ern (mit ABC, Frankie Goes to Hollywood, Grace Jones) bekannt für seine ausufernden Musiklandschaften und Klanggewitter. Dass Horn ein Fan von Débussy ist, war nicht nur durch seine so oft verwendeten Arrangements aus moderner Technik und klassischer Musik, sondern auch durch die immer wieder auftauchenden Débussy-Zitate und -Erwähnungen (Pet Shop Boys - Left to my own devices, Marc Almond - Tenement Symphony), schon länger naheliegend.

Um so offensichtlicher scheint es mir, dass dieses Album Horns Idee war. Was wir hier vorliegen haben, ist ein großes Konzeptalbum über das Leben und Schaffen des Komponisten, erzählt von John Hurt, dessen Stimme allein schon der pure BASS ist. Die Musik ist eine Vereinigung von Débussy'schen Kompositionen mit perfektionistisch arrangierter elektronischer Musik (oder sagen wir doch gleich: Beats).

Schon mit dem ersten Track dieser Scheibe, mit der ersten Minute, stürzt man förmlich kopfüber in Klangwelten, die einen bis zur letzten Sekunde gefangen halten. Die Musik ist eine einzige große Phantasiereise, die um so besser wird, je besser (und LAUTER) die Anlage ist, auf der man sie spielt. Hier steht Komplexität und Vielschichtigkeit ganz oben: Sei es "Dreaming in Colour", das mit einem Saxophon und verdammt tiefem Bass beginnt, um - begleitet von der wundervollen Donna Lewis (of "I love you always forever" fame) - durch Beat-Strukturen aller Arten zu wandern, oder das Débussy-"Edutainment"-durchtränkte "The holy Egoism of Genius", sei es der Hip-Hop- und Rap-gefärbte Track "Metaforce" oder der über 8-minütige Opener "Il pleure (at the turn of the century)", der Operngesang mit dem Klang von Regen und einer packenden Atmosphäre mischt: Dieses Album verkörpert in Reinkultur das, was die junge Dame auf Frankie goes to Hollywood's 12" von "Rage Hard" (young person's guide into the twelve inch) einst postulierte: "Where nothing is as it seems, where everything has its place, and there's a place for everything. And anything can happen..."

Auf "The seduction of Claude Debussy" kann wirklich alles passieren. Hier wiederholt sich nichts, hier gibt es keine Formeln, keine Vorhersagbarkeit. Nur die pure Magie einer musikalischen Achterbahnfahrt der Extraklasse. Einziger Wermutstropfen ist das etwas zu plärrende "Metaphor on the Floor", das plötzlich über eine ruhige Atmosphäre herein bricht - aber auch nach ner Minute oder zwei wieder vorbei ist. Abgerundet wird das Ganze durch die extravaganten Liner Notes, die sloganhaft, erzählend, augenzwinkernd und teilweise absurd daherkommen - ganz Trevor Horn eben. Da kann mir keiner was erzählen.

"The Seduction Of Claude Debussy... music from quite another film that never existed... featuring john hurt speaking, sally bradshaw singing, claude debussy ghosting, rakim rapping and charles baudelaire tripping."

Noch Fragen? Dann habt Ihr was nicht kapiert. Bei Genialität gibt's nichts nazufragen. Auf die lässt man sich einfach ein.

4.6.06 12:48


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Joyeux anniversaire

Bei aller Müdigkeit, die mir seit heute Morgen in den Knochen sitzt, bei der Schnittwunde in meinem Finger von heute Vormittag, bei allem (selbstverschuldeten) Lernstress, Stress durch meine Jobs, Stress für's Burgfestradio und für's Theater, bei allem Frust, nachdem mir meine hübsche Begleiterin für das morgige Festival abgesagt hat (seit Wochen verabredet, vorgestern halb abgesagt, gestern Abend zugesagt, heute abgesagt - auch wenn sie augenscheinlich nichts dafür kann), und mich daraufhin ein Freund nach ein paar mäßig aufmunternden Worten über Windows-Updates, seinen PC, Basteleien und Software zugetextet hat (nicht immer uninteressant, aber in dem Moment echt nicht meine höchste Priorität), bei allem Ärger, weil ich für's Lernen meine Tanzstunde absagen musste, nur um dann später eine CD, die ich einer Freundin mitnehmen wollte, zu Hause zu vergessen (an dem Punkt war ich so weit, dass nur noch die Urschreitherapie half - schade, kein Linkin Park im Auto) - ja, nachdem all das an einem Tag passiert ist, sollte doch eins nicht vergessen werden.
Etwas sehr wichtiges. Jemand, der sehr tief in meinem Herzen lebt. Jemand, der heute (oh, inzwischen ist es 'gestern') Geburtstag hat.

Mein Lieber, ich möchte hier nur ein kleines Zeichen setzen, sagen, wie froh ich bin, Dich zu kennen, und Dich wissen lassen, dass ich Dir das Allerbeste, alles Glück, alle Liebe und allen Erfolg, den man wünschen kann, nun ja, wünsche. Ich wünsche, dass unsere Freundschaft nie verblassen möge: Ganz gleich, welche Zeiten kommen.

Lass uns mal 'n Partyraum mieten^^

QUOTE OF THE MOMENT:
Jenny Curran: I wish I could've been there with you.
Forrest Gump: You were.

NOW PLAYING: Stevie Wonder - Happy Birthday (what else? :-))

17.6.06 00:39


Dumme Viecher

Lange Jahre hatten ich und meine Familie die große Ehre, von dem total geisteskranken Hirnschissköter unserer (abgesehen davon recht netten) Nachbarn jedes Mal, wenn ein fremder Hund, Postbote oder manchmal auch ganz normale Passanten des Weges kamen, die Gehörschnecke vollgekläfft zu bekommen. Der Typ geht jedes Mal bestialisch in die Luft und brüllt seine ganze Wut und Aggression in die Welt hinaus (bzw. in mein Schlafgemach). Und uhrzeitsensitiv ist er auch nicht.

Nun hat sich etwas geändert. Ja, liebe Freunde, es gibt Neuigkeiten an der Hundefront. Der Sack hat nämlich Unterstützung bekommen! Denn unsere Nachbaren auf der anderen Seite haben sich eine Hündin angeschafft, die mit einer hysterischen Kläffe nicht nur dann, wenn fremde Hunde, sondern immer wenn auch nur IRGENDJEMAND vor ihrem Haus vorbei geht, losballert. Nein wie schön. Ich hab immer noch diesen Traum, mal einen großen Eimer mit riesigen toten Fischen zu kaufen, die ich den Viechern aus dem Fenster an den Kopf werfe... Wär sicher ein großer Spaß.

Kürzlich erzählte mir mein Vater, wie er zu den Nachbarn gesagt hat, ihre Hündin wär schon ein ganz schöner Krachschläger. "Das ist halt ein Wachhund", haben sie geantwortet. Der lapidare Kommentar meines Vaters (zu mir): "Das ist kein Wachhund - das ist ein Weckhund."

NOW PLAYING: Depeche Mode - Enjoy the Silence

22.6.06 14:16


Wiedersehen

...feiere ich heute mit einem Text, den ich heute vor exakt 10 Jahren geschrieben habe. "Wiedersehen" hieß sie, meine bis dato beste Geschichte, die meine noch junge Karriere als Hobby-Schriftsteller in zuvor unbekannte philosophische Höhen trieb. Sie markiert damit einen besonderen Punkt: Den Anbruch meines Daseins als "ernsthaften" Hobby-Schriftsteller.

Am bedeutungsvollsten für den heutigen Tag ist jedoch das Nachwort: "Wer weiß?", habe ich da geschrieben. "Vielleicht sitze ich irgendwann... in 10 Jahren... hinter dieser Geschichte, lese sie, lese dieses Nachwort, und denke darüber nach: Wie ist es denn nun wirklich gekommen? Was hat sich verändert, was ist geblieben? Was ist aus den Freunden, die ich in der Schule hatte, geworden?" Diese Zeilen jetzt zu lesen, treibt in der Tat ein flaues Gefühl in meine Magengegend. Ich kann es nicht beschreiben - eben noch dachte ich darüber nach, wie ich der Geschichte zu ihrem Geburtstag ein Denkmal setzen sollte... Jetzt spüre ich, wie dieser 15-jährige Knabe zu mir spricht, mir, der kurz vor dem Ende seines Studiums und kurz vor dem Eintritt ins freie Journalistentum steht... Und es ist schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen. Insgeheim habe ich all die Jahre auf diesen Zeitpunkt gewartet, und es ist schon ein mulmiges Gefühl, dass dieser Moment, der einst so ungreifbar fern, so enorm weit weg erschien, hier und genau jetzt - ist.

Vielleicht sollte ich die Fragen, die ich an mich gestellt habe, beantworten.
  • "Was hat sich verändert, was ist geblieben?" So fundamentale Fragen. Ich könnte Seiten über Seiten dazu schreiben - doch ich glaube, die einfachste Antwort auf Beide ist: Ich.
  • "Was ist aus den Freunden, die ich in der Schule hatte, geworden?" As luck would have it, weiß ich es in den meisten Fällen - und eine beträchtliche Anzahl dieser Freunde sind geblieben. Die beiden, die ich später im selben Nachwort erwähne, teilen immer noch mein Leben - nach all den Jahren. Und die Zeile "Hallo, Nico. Lang nichts mehr gehört" könnte falscher nicht sein (in yer face, 15-year-old :-D)!
"Wiedersehen" entstand aus einer diffusen Angst vor einer Zeit, in der die engen Freunde aus meiner Schulzeit über die Erde verstreut sein und ich sie aus den Augen verloren haben würde. Manche sind tatsächlich fern von hier - andere sind mir über all die Jahre als Weggefährten erhalten geblieben. Doch eins haben sie alle gemeinsam: Sie sind immer noch da. Bei allem, was geschehen ist, bei allen Gesichtern, die seitdem in mein Leben getreten sind, habe ich eins gelernt: Die Angst davor, allein zu sein, ist unbegründet. Denn die Menschen bleiben.
Das tut gut. Dafür liebe ich sie.

So, und nun muss ich aufhören. Ich habe noch einen Anruf zu tätigen. Und einen Freund zu treffen.

FURTHER READING:
1. "Wiedersehen"
2. Die Rundmail, die ich heute verschickt habe.

NOW PLAYING: Huey Lewis and the News - I never walk alone
22.6.06 22:28


'Wiedersehen' - die Doku

Erlaube mir, lieber Leser, dass ich die Gelegenheit nutze, um "Wiedersehen", geschrieben heute vor exakt 10 Jahren, inhaltlich zu kommentieren.

Als ich den Text schrieb, baute ich sehr viele Dinge, die für mich damals interessant oder aktuell waren, direkt in die Geschichte ein: Daraus folgt, dass große Teile von "Wiedersehen" direkt in der Realität der damaligen Zeit fußen! Ich möchte hier die Zeit nehmen, sie aufzulisten.
  • Meine Zukunftsvision im Anfang ersprang aus meiner Erkenntnis, dass die Zukunft wahrscheinlich gar nicht so anders aussehen wird als die (damalige) Gegenwart - höchstens mit kleinen Veränderungen. Bis dahin hatte ich immer gedacht, die Zukunft nach 2000 würde mit Magnetschwebebahnen und ultramodernen High-Tech-Gebäuden bestückt sein.
  • Die Theorie über die Regen- und Trockenzeit hatte ich erst kurz zuvor im Radio gehört.
  • "Of Mice and Men" war ein Buch, das mich zu der Zeit interessierte (und das ich bis heute nicht gelesen, geschweige denn den Film gesehen habe).
  • Ich meine, mich zu erinnern, dass einer meiner Freunde darauf bestand, Atheist zu sein.
  • Die Geschichten von Taxifahrern, die regelmäßig überfallen und blaue Augen geschlagen bekamen, hatte ich kurz zuvor gehört oder gelesen.
  • Ich weiß nicht mehr, ob jemand von meinen Freunden eine Zeit lang Arzt werden wollte, doch ich weiß noch ganz genau, dass einer davon träumte, alle Berufe für kurze Zeit ausprobíeren zu können. Als er meine Geschichte (in Gemeinschaftskunde^^) las und sich selbst darin wieder erkannte, standen ihm Tränen in den Augen.
Vor meinem Nachwort kann ich mich auch heute noch in tiefer Ehrfurcht verneigen. Selten ist es mir gelungen, Worte so (in meinen eigenen Augen) grandios zu wählen. Ihre Bedeutung für mich wächst mit jedem Tag, und heute haben sie einen vorläufigen Höhepunkt erreicht...

FURTHER READING:
1. "Wiedersehen"
2. Die Rundmail, die ich heute verschickt habe.

NOW PLAYING: Queen - These are the Days of our Lives
22.6.06 22:31





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