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Eine Szene(rie)

Unter einem strahlend blauen Herbsthimmel erstreckt sich die Streuobstwiese am Reitergehöft. Apfelbäume sind über die Weise verteilt, sie stehen in saftig grünem Gras, das den leichten Hang bedeckt, die Kuppe des Hügels berührt den Himmel, in eine andere Richtung liegt ein Wald. Hölzerne Zäune säumen die Szene, gerade verfallen genug, um romantisch zu wirken. Ein Anhänger einer Landmaschine steht herum. Die Farben des Herbstes sind voll und kräftig.

Und die Szene lebt. Kinder tummeln sich auf der Wiese, laufen umher, spielen bei den Bäumen, klettern auf dem Anhänger herum, sammeln Äpfel. Es ist ein Fest des Obst- und Gartenbauvereins für die Familie, Apfelkeltern ist das Motto. Alle sammeln Früchte, schneiden sie, pressen sie, zapfen frischen "Süßen". Es gibt Knoblauchbrote, Apfelgelee, nette Unterhaltungen. Eine freie, friedvolle, entspannte Stimmung, die Luft ist frisch, reich und lebendig, Insekten, auch seltene Hornissen, fliegen umher, suchen friedlich nach Nahrung.

Und ich atme tief durch. Ich fühle mich rundum wohl. In diesem Moment möchte ich nirgendwo anders sein als hier, nur ein paar Kilometer vor meiner eigenen Haustür.

NOW PLAYING: 3 Doors Down - Right where I belong

24.9.06 13:14


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Der Canothrop

Rückbezug auf meinen Beitrag vom 22.06., 14:16 Uhr: Mir ist eine neue Idee gekommen, wie ich an den Nachbarshunden Rache für ihre grobe Ruhestörung nehmen könnte.
Ich stelle es mir bildlich vor: Ich trage einen von diesen Schallschluck-Kopfhörern, die so Schwerarbeiter immer benutzen, auf den Ohren - und in meiner Hand halte ich eine dieser Wahnsinnströten, die so Fußballfans immer benutzen.

  • Der Hund kläfft.
  • Der Hund schaut in die Tröte wie in die zwei Läufe einer abgesägten 12-gauge double-barreled Remington, S-Mart's top of the line.
  • Ich drücke den Abzug.

Unbezahlbar.

NOW PLAYING: Eurythmics - Sweet Dreams

6.9.06 00:13


....al fine

Der amerikanische Präsident mildert seinen Ton, hab ich heute im "Spiegel" gelesen. In einem großen Special über "9/11" und die Jahre, die folgten. Die erste große Welle der Solidarität mit den getroffenen Amerikanern wurde da beschrieben, dann die amerikanische Überheblichkeit, Missachtung internationaler Etikette und Einzelgängerei, die sich in zwei Kriegen entluden. Beide mit langfristigen Folgen, die der Supermacht alles andere als geholfen haben.

Jetzt hört man also Töne à la "wir wollen unsere Freunde und Verbündeten nicht verprellen" und "meine Aussagen von damals hätten falsch interpretiert werden können" (ja, das ist eine Art Zugeständnis). Jetzt gibt es Merkelkuscheln und Friedefroideeiakuche. Man zeigt Einsicht.

Sicherlich eine gute Entwicklung... Aber wieso, wieso nur erinnert mich das so an Babylon 5? Wer die Serie kennt, wird wissen was ich meine. Wer nicht: Guckt die Serie :-)

Talk about life imitating art imitating life. Ja, es ist alles schon mal da gewesen. Und genügend Mächte sind an ihrer Überheblichkeit schlussendlich zugrunde gegangen. Aber ändert sich etwas?

FURTHER READING: The "Da capo..." entry below.

NOW PLAYING: Propellerheads feat. Shirley Bassey - History Repeating

5.9.06 23:35


Da capo...

Wir sind die junge Generation. Wir sind die Neuen, frisch, unverbraucht, flott, dynamisch, klug und frech. Wir halten uns für einzigartig und glauben, wir hätten den Stein der Weisen entdeckt.
Wir umgeben uns mit den Symbolen unserer jungen, hippen Welt und schließen alles aus, was vor uns "in" war, weil wir überzeugt sind, damit nichts am Hut zu haben.

Ich weiß, dass das nicht stimmt. Ich habe Thornton Wilders "Our Town" gelesen und verstanden. Ein menschliches, ehrliches und wahres Stück. Von 1938. Und ich habe mich lange in der deutschen Nachkriegszeit aufgehalten. Briefe und Zeitungen gelesen, mit Zeitzeugen gesprochen, in den Archiven gesessen und die Originale in den Händen gehalten. Ich habe die Menschen kennen gelernt, die vor uns kamen, die zumeist lange tot sind. Die Jungen, Frischen, Neuen. Ich habe die Dichter gehört und die ganz alltäglichen Bürger getroffen.

Und ich habe eins gelernt: Ob es Charaktere in einem Theaterstück waren oder reale Menschen - sie alle hatten die selben Wünsche, Träume, Leidenschaften, Hoffnungen, Sehnsüchte, Ängste und Gefühle wie wir heute. Sie alle verspürten Liebe, Euphorie, Jugend, Stärke.

Nein, liebe Zeitgenossen. Die Menschen haben sich nicht geändert.
Wenn sich etwas geändert hat, dann höchstens die Zeiten. Und auch bei denen bin ich mir nicht sicher.

QUOTE OF THE MOMENT:
Emily: Do human beings ever realize life while they live it? - every, every minute?
Stage Manager: No. (Pause.) The saints and poets maybe - they do some.
~ Thornton Wilder, "Our Town"

NOW PLAYING: Rod Stewart - When we were the new boys

5.9.06 23:12


QUOTE OF THE MOMENT

"Man muss die Kinder früh guter Musik aussetzen, dann kommt auch nicht so ein Scheiß dabei raus wie die '90er."
~ Fee Heitland, Kinder auf einem Mark Gillespie Band Gig beobachtend

NOW PLAYING: Soul Asylum - Runaway Train (zur Ehrenrettung der 90er) 

13.8.06 23:28


Zum Stand der Dinge

Ende Juni: Studienabschluss Magister Artium, Endnote 1,6. Eine schöne Abschlussfeier hab ich auch bekommen, doch ich fühle mich nicht, als würde ich Abschied nehmen. Nein, die Zeiten werden weiterleben, denn ich bleibe bei meiner Theatergruppe. Bin nun freier Journalist und hatte schon einen holprigen Berufseinstieg, als mir bekannt gemacht wurde, dass ich mich nach zusätzlichen Arbeitgebern umsehen soll... Bin nun auf der Suche, warte auf Rückmeldungen.

Doch als ich im Auto sitze und die Regentropfen beobachte, die an der Scheibe entlang getrieben werden, kurz vor dem Rand aufeinander treffen, sich vereinigen, um dann in der Schiene zu verschwinden, ist mir das alles egal. Ich denke an einen jüngst verlebten Abend zurück - an eine Szene, die sich lediglich am Rande abspielte.

Sie lag schweigend auf dem Sofa und hörte Musik. Ich legte mich neben sie, meinen Kopf auf ihre Schulter. Sie legte ihren Arm um mich, ihre Hand auf meinen Bauch, ich legte meine Hand auf ihre, unsere Füße berührten sich. Ich schloss die Augen und wir lauschten gemeinsam. Später haben wir ein wenig in den Texten gelesen, die zu den Liedern auf Kärtchen in der CD-Hülle standen. Es war ein Moment von Frieden, Ruhe und... Stillstand.
An diesem Abend habe ich mich verliebt. Nicht in das Mädchen, sondern in die Idee, die ihre Geste in all ihrer Selbstverständlichkeit ausdrückte. Die Idee, dass doch irgendwo da draußen noch jemand ist, eine Frau, bei der ich zur Ruhe kommen kann. Durchatmen, schweigen, die Augen schließen und einfach nur für den Moment leben.

Doch die Tropfen können sich nicht halten. Sie vereinigen sich, widerstehen für einen Moment, und dann werden sie vom Wind an den Rand der Scheibe getrieben und verschwinden in der Schiene. Heute ist heute, und ich muss gleich wieder fort. Hätte eigentlich noch einen Artikel schreiben sollen. Muss ich halt morgen nachholen.

Wer immer Du bist, Du fehlst mir.

NOW PLAYING: Morcheeba - Slowdown

22.7.06 19:58


'Wiedersehen' - die Doku

Erlaube mir, lieber Leser, dass ich die Gelegenheit nutze, um "Wiedersehen", geschrieben heute vor exakt 10 Jahren, inhaltlich zu kommentieren.

Als ich den Text schrieb, baute ich sehr viele Dinge, die für mich damals interessant oder aktuell waren, direkt in die Geschichte ein: Daraus folgt, dass große Teile von "Wiedersehen" direkt in der Realität der damaligen Zeit fußen! Ich möchte hier die Zeit nehmen, sie aufzulisten.
  • Meine Zukunftsvision im Anfang ersprang aus meiner Erkenntnis, dass die Zukunft wahrscheinlich gar nicht so anders aussehen wird als die (damalige) Gegenwart - höchstens mit kleinen Veränderungen. Bis dahin hatte ich immer gedacht, die Zukunft nach 2000 würde mit Magnetschwebebahnen und ultramodernen High-Tech-Gebäuden bestückt sein.
  • Die Theorie über die Regen- und Trockenzeit hatte ich erst kurz zuvor im Radio gehört.
  • "Of Mice and Men" war ein Buch, das mich zu der Zeit interessierte (und das ich bis heute nicht gelesen, geschweige denn den Film gesehen habe).
  • Ich meine, mich zu erinnern, dass einer meiner Freunde darauf bestand, Atheist zu sein.
  • Die Geschichten von Taxifahrern, die regelmäßig überfallen und blaue Augen geschlagen bekamen, hatte ich kurz zuvor gehört oder gelesen.
  • Ich weiß nicht mehr, ob jemand von meinen Freunden eine Zeit lang Arzt werden wollte, doch ich weiß noch ganz genau, dass einer davon träumte, alle Berufe für kurze Zeit ausprobíeren zu können. Als er meine Geschichte (in Gemeinschaftskunde^^) las und sich selbst darin wieder erkannte, standen ihm Tränen in den Augen.
Vor meinem Nachwort kann ich mich auch heute noch in tiefer Ehrfurcht verneigen. Selten ist es mir gelungen, Worte so (in meinen eigenen Augen) grandios zu wählen. Ihre Bedeutung für mich wächst mit jedem Tag, und heute haben sie einen vorläufigen Höhepunkt erreicht...

FURTHER READING:
1. "Wiedersehen"
2. Die Rundmail, die ich heute verschickt habe.

NOW PLAYING: Queen - These are the Days of our Lives
22.6.06 22:31


Wiedersehen

...feiere ich heute mit einem Text, den ich heute vor exakt 10 Jahren geschrieben habe. "Wiedersehen" hieß sie, meine bis dato beste Geschichte, die meine noch junge Karriere als Hobby-Schriftsteller in zuvor unbekannte philosophische Höhen trieb. Sie markiert damit einen besonderen Punkt: Den Anbruch meines Daseins als "ernsthaften" Hobby-Schriftsteller.

Am bedeutungsvollsten für den heutigen Tag ist jedoch das Nachwort: "Wer weiß?", habe ich da geschrieben. "Vielleicht sitze ich irgendwann... in 10 Jahren... hinter dieser Geschichte, lese sie, lese dieses Nachwort, und denke darüber nach: Wie ist es denn nun wirklich gekommen? Was hat sich verändert, was ist geblieben? Was ist aus den Freunden, die ich in der Schule hatte, geworden?" Diese Zeilen jetzt zu lesen, treibt in der Tat ein flaues Gefühl in meine Magengegend. Ich kann es nicht beschreiben - eben noch dachte ich darüber nach, wie ich der Geschichte zu ihrem Geburtstag ein Denkmal setzen sollte... Jetzt spüre ich, wie dieser 15-jährige Knabe zu mir spricht, mir, der kurz vor dem Ende seines Studiums und kurz vor dem Eintritt ins freie Journalistentum steht... Und es ist schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen. Insgeheim habe ich all die Jahre auf diesen Zeitpunkt gewartet, und es ist schon ein mulmiges Gefühl, dass dieser Moment, der einst so ungreifbar fern, so enorm weit weg erschien, hier und genau jetzt - ist.

Vielleicht sollte ich die Fragen, die ich an mich gestellt habe, beantworten.
  • "Was hat sich verändert, was ist geblieben?" So fundamentale Fragen. Ich könnte Seiten über Seiten dazu schreiben - doch ich glaube, die einfachste Antwort auf Beide ist: Ich.
  • "Was ist aus den Freunden, die ich in der Schule hatte, geworden?" As luck would have it, weiß ich es in den meisten Fällen - und eine beträchtliche Anzahl dieser Freunde sind geblieben. Die beiden, die ich später im selben Nachwort erwähne, teilen immer noch mein Leben - nach all den Jahren. Und die Zeile "Hallo, Nico. Lang nichts mehr gehört" könnte falscher nicht sein (in yer face, 15-year-old :-D)!
"Wiedersehen" entstand aus einer diffusen Angst vor einer Zeit, in der die engen Freunde aus meiner Schulzeit über die Erde verstreut sein und ich sie aus den Augen verloren haben würde. Manche sind tatsächlich fern von hier - andere sind mir über all die Jahre als Weggefährten erhalten geblieben. Doch eins haben sie alle gemeinsam: Sie sind immer noch da. Bei allem, was geschehen ist, bei allen Gesichtern, die seitdem in mein Leben getreten sind, habe ich eins gelernt: Die Angst davor, allein zu sein, ist unbegründet. Denn die Menschen bleiben.
Das tut gut. Dafür liebe ich sie.

So, und nun muss ich aufhören. Ich habe noch einen Anruf zu tätigen. Und einen Freund zu treffen.

FURTHER READING:
1. "Wiedersehen"
2. Die Rundmail, die ich heute verschickt habe.

NOW PLAYING: Huey Lewis and the News - I never walk alone
22.6.06 22:28


Dumme Viecher

Lange Jahre hatten ich und meine Familie die große Ehre, von dem total geisteskranken Hirnschissköter unserer (abgesehen davon recht netten) Nachbarn jedes Mal, wenn ein fremder Hund, Postbote oder manchmal auch ganz normale Passanten des Weges kamen, die Gehörschnecke vollgekläfft zu bekommen. Der Typ geht jedes Mal bestialisch in die Luft und brüllt seine ganze Wut und Aggression in die Welt hinaus (bzw. in mein Schlafgemach). Und uhrzeitsensitiv ist er auch nicht.

Nun hat sich etwas geändert. Ja, liebe Freunde, es gibt Neuigkeiten an der Hundefront. Der Sack hat nämlich Unterstützung bekommen! Denn unsere Nachbaren auf der anderen Seite haben sich eine Hündin angeschafft, die mit einer hysterischen Kläffe nicht nur dann, wenn fremde Hunde, sondern immer wenn auch nur IRGENDJEMAND vor ihrem Haus vorbei geht, losballert. Nein wie schön. Ich hab immer noch diesen Traum, mal einen großen Eimer mit riesigen toten Fischen zu kaufen, die ich den Viechern aus dem Fenster an den Kopf werfe... Wär sicher ein großer Spaß.

Kürzlich erzählte mir mein Vater, wie er zu den Nachbarn gesagt hat, ihre Hündin wär schon ein ganz schöner Krachschläger. "Das ist halt ein Wachhund", haben sie geantwortet. Der lapidare Kommentar meines Vaters (zu mir): "Das ist kein Wachhund - das ist ein Weckhund."

NOW PLAYING: Depeche Mode - Enjoy the Silence

22.6.06 14:16


Joyeux anniversaire

Bei aller Müdigkeit, die mir seit heute Morgen in den Knochen sitzt, bei der Schnittwunde in meinem Finger von heute Vormittag, bei allem (selbstverschuldeten) Lernstress, Stress durch meine Jobs, Stress für's Burgfestradio und für's Theater, bei allem Frust, nachdem mir meine hübsche Begleiterin für das morgige Festival abgesagt hat (seit Wochen verabredet, vorgestern halb abgesagt, gestern Abend zugesagt, heute abgesagt - auch wenn sie augenscheinlich nichts dafür kann), und mich daraufhin ein Freund nach ein paar mäßig aufmunternden Worten über Windows-Updates, seinen PC, Basteleien und Software zugetextet hat (nicht immer uninteressant, aber in dem Moment echt nicht meine höchste Priorität), bei allem Ärger, weil ich für's Lernen meine Tanzstunde absagen musste, nur um dann später eine CD, die ich einer Freundin mitnehmen wollte, zu Hause zu vergessen (an dem Punkt war ich so weit, dass nur noch die Urschreitherapie half - schade, kein Linkin Park im Auto) - ja, nachdem all das an einem Tag passiert ist, sollte doch eins nicht vergessen werden.
Etwas sehr wichtiges. Jemand, der sehr tief in meinem Herzen lebt. Jemand, der heute (oh, inzwischen ist es 'gestern') Geburtstag hat.

Mein Lieber, ich möchte hier nur ein kleines Zeichen setzen, sagen, wie froh ich bin, Dich zu kennen, und Dich wissen lassen, dass ich Dir das Allerbeste, alles Glück, alle Liebe und allen Erfolg, den man wünschen kann, nun ja, wünsche. Ich wünsche, dass unsere Freundschaft nie verblassen möge: Ganz gleich, welche Zeiten kommen.

Lass uns mal 'n Partyraum mieten^^

QUOTE OF THE MOMENT:
Jenny Curran: I wish I could've been there with you.
Forrest Gump: You were.

NOW PLAYING: Stevie Wonder - Happy Birthday (what else? :-))

17.6.06 00:39


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